Schleifanleitung

Wie schleift man einen Fußboden?

Das brauchen Sie zum Schleifen:

  • Hammer und Senkstift zum Versenken vorstehender Nägel
  • Schrauben zum Befestigen loser Holzstäbe und -riemen
  • Besen und Schaufel bzw. Staubsauger zum reinigen des Bodens
  • Fußbodenschleifmaschine zum Schleifen von Flächen
  • Schleifmittel für Fußbodenschleifmaschine
  • Randschleifmaschine zum Schleifen in Randbereichen
  • Schleifscheiben für Randschleifmaschine
  • Versiegelungsroller oder Pinsel/Bürste
  • Grundierung und Siegellack

Die Oberflächenbearbeitung kann an jedem Bauprojekt der letzte Arbeitsgang sein. Sämtlicher Schleifstaub lässt sich vor der Endbehandlung der Böden mühelos mit dem Puster auch von frisch renovierten Wänden ohne Rückstände entfernen.

Unmittelbar vor Beginn der Schleifarbeiten überprüfen Sie den Boden sorgfältig nach vorstehenden Nagelköpfen und versenken diese. Danach reinigen Sie den Fußboden mit dem Besen .

Egal ob es sich um alte, zu renovierende, oder um neuverlegte Dielen- oder Parkettböden handelt: Vor Versiegelung der Oberfläche müssen Sie den Boden bis zum rohen Holz abschleifen. Neuverlegte Böden, sofern es sich nicht um versiegeltes Fertigparkett handelt, um Überstände zwischen den einzelnen Holzstäbchen zu beseitigen und um eine ebene Oberfläche zu bekommen.
Bei alten Böden deshalb, weil die vorhandenen Schmutz-, oder Wachsschichten abgetragen bzw. abgenützte, stark begangene Stellen ausgeglichen werden müssen. Dazu sind jeweils mehrere Schleifgänge mit verschiedenen Schleifmittelkörnungen erforderlich. Die Anzahl der Schleifgänge hängt von der Größe und der Häufigkeit der Überstände bei neuverlegtem Parkett, sowie vom Grad der Verschmutzung und Unebenheit bei alten Fußböden ab.

Schleifen Sie nach folgendem Schema:

Schleifgang neu verlegter
Boden
alter, verschmutzter, lackierter
Boden(Ochsenblut)
1. Gang Körnung 24 diagonal zur Auslegerichtung mit Körnung 16
2. Gang Körnung 40 Körnung 16 in Auslegerichtung
3. Gang Körnung 80 Körnung 24
4. Gang Körnung 120 Körnung 40
5. Gang Körnung 80
6. Gang Körnung 120

Schleifschema

Das Schleifen der Fläche

Dazu beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Mit der Parkettschleifmaschine wird immer von links nach rechts geschliffen, wobei eine Schleifbahn aus einem Vorwärts- und Rückwärtsschliff besteht, der in der selben Spur ausgeführt wird. Führen Sie die Maschine mit mäßigem, möglichst gleichbleibendem Tempo nach vorne und auf der selben Bahn zurück.
  • Jede neue Schleifbahn wird mit leichten Versatz zur alten Bahn ausgeführt, max. 3/4 der Schleifbahnbreite von 20 cm, also ca. 15 cm. Beachten Sie: je kleiner der Versatz, desto höher der Materialabtrag beim schleifen.
  • Da die Schleifmaschine geführt werden muss, bleibt der Boden hinter der Maschine im Wandbereich zirka einen Meter ungeschliffen. Diese Fläche bearbeiten Sie anschließend in umgekehrter Richtung zur bereits gesetzten Schleifspur. Der Übergang muss unbedingt ansatzfrei geschliffen werden und sollte gegenüber dem Lichteinfall liegen, weil hier die Schattierungen, die durch unterschiedliche Schleifrichtungen entstehen, kaum sichtbar sind.
  • Mosaikparkett oder Fischgrätparkett sollten Sie grundsätzlich diagonal zum Faserverlauf von links nach rechts schleifen und als letzten Schleifgang mit einer Einscheibenmaschine feinschleifen.
  • Stabparkett und Dielen sollten zum Einebnen diagonal und zum Feinschliff mit der Holzfaser geschliffen werden.
  • Bleiben Sie unter keinen Umständen mit rotierender, abgelassener Schleifwalze stehen, und wechseln Sie nicht die Richtung. Dadurch können Vertiefungen eingeschliffen werden, die insbesondere bei gröberer Körnung durch die nachfolgende feinere Körnung nicht mehr beseitigt werden können. Vor den Endpunkten einer Schleifrichtung muss die Schleifwalze rechtzeitig, langsam vom Boden abgehoben werden.
  • Reicht das Ergebnis eines Schleifganges nicht aus, das heißt, dass noch Unebenheiten sichtbar sind, setzen Sie einen weiteren Schliff mit derselben Körnung diagonal zum vorher beendeten.

Vorgangsweise beim Schleifen

Das Schleifen der Ränder und Ecken

Nachdem Sie die Fläche des Raumes fertig geschliffen haben, nehmen Sie die Randschleifmaschine zur Hand, heften eine Schleifscheibe mit der Körnung 60 an den Schleifteller und beginnen dann die Randstreifen zu schleifen, die Sie vorher mit der Fußbodenschleifmaschine nicht erreichen konnten. Führen Sie dabei die Maschine ohne zusätzlichen Druck, in kreisförmigen Bewegungen, und achten darauf, dass diese immer in Bewegung ist, da sonst nicht erwünschte Schleif- oder gar Brandspuren entstehen können. Nachdem die Ränder mit Körnung 16 und 24 vorgeschliffen sind, machen Sie den Feinschliff mit Körnung 60 und beachten, dass Sie einen übergangslosen Schliff zwischen den Rändern und der Fläche bekommen.

Das Schleifen von Dielenfußböden

Weil es früher keine Möglichkeit gab, die Oberfläche von Dielenböden dauerhaft zu schützen und die erforderliche Pflege durch Scheuern, Streichen, Wachsen, Ölen sehr aufwendig war, wurde so mancher Holzboden jahrzehntelang mit Linoleum oder Teppich zugedeckt.
Wollen Sie einen solchen alten Dielenboden aufbereiten, müssen Sie zunächst einmal durch Schleifen die alten Pflegemittelrückstände beseitigen. Dabei können Sie im Prinzip genauso vorgehen wie beim Schleifen von altem Parkett. Nach dem ersten Schliff mit Körnung 16 müssen alle Unebenheiten, Schmutz-, Lack- Wachs- und Ölrückstände beseitigt sein. Ist der Dielenboden eben, ohne Überstände, können Sie alle Schleifgänge parallel zum Dielenverlauf ausführen. Ist der Dielenboden jedoch uneben, schleifen Sie beim Grundschliff diagonal zum Dielenverlauf, weil dadurch die Unebenheiten, deren Ursachen am Unterboden oder an ungleichen Holzstärken liegen können, egalisiert werden.